Der TGV rast mit voller Geschwindigkeit Richtung Paris, und ich liege breitbeinig in meinem Erste-Klasse-Sitz, die Beine unter dem kleinen Tisch gespreizt, noch ganz klebrig von dem, was in Tours passiert ist. Das Sperma der beiden Beamten trocknet auf meiner Haut, zwischen meinen Schenkeln, auf meinem Bauch, in meinen Haaren. Es riecht nach rohem Sex, nach Verbotenem, und ich liebe es.
Ich traue mich nicht sofort, mich zu waschen; ich genieße zu sehr dieses Gefühl von Schmutz, von kleiner Schlampe, die gerade durchgefickt wurde und noch Profit daraus geschlagen hat. Schließlich stehe ich auf und gehe zur Toilette. Im Spiegel betrachte ich mich: glänzende Augen, geschwollene Lippen, weiße Spuren am Hals und auf den Brüsten. Ich fahre mit einem Finger zwischen meine noch empfindlichen, offenen Lippen und koste ihre Mischung. Ein letzter Schauer durchläuft mich. Ich wasche mich minimal, gerade genug, um keine Blicke auf mich zu ziehen, aber ich lasse meinen Slip in der Tasche. Ich will die Luft an meiner nackten Muschi spüren bis nach Paris.
Als ich aus dem Bahnhof Montparnasse komme, schlägt mir die Pariser Luft entgegen: kühler, schneller, anonymer. Ich schleppe meinen großen Rucksack über den Gehweg und spüre schon, dass mir die Stadt fehlt und mich gleichzeitig erdrückt. Ich nehme die Metro bis zu meinem kleinen Studio im 20. Arrondissement, das ich von einer Freundin untervermietet habe, die im Auslandspraktikum ist. Es ist genau so, wie ich es verlassen habe: chaotisch, Poster an den Wänden, zerwühltes Bett, muffiger Geruch.
Ich stelle den Rucksack ab, ziehe mich komplett aus, lege mich nackt aufs Bett und lasse die Erinnerungen vorbeiziehen. Thomas und seine explosive Schüchternheit. Martine und Didier, die mich für alles geöffnet haben. Alex’ Pool und die ineinander verschlungenen Körper. Lucette und ihre unendliche Zärtlichkeit. Claire und diese verbotene Zärtlichkeit. Und schließlich die beiden Beamten, die mich wie eine Hündin in einem Technikraum gefickt haben.
Meine Hand wandert ganz von allein zwischen meine Schenkel. Ich bin schon wieder nass, nur vom Darandenken. Ich streichle mich langsam, sehe jede Schwanz, jede Zunge, jeden Schuss vor mir. Ich komme leise, den Kopf ins Kissen gedrückt, ein langer, tiefer Orgasmus, der mich komplett leer macht.
Die nächsten Tage nehme ich das Studium wieder auf. Psychologie erstes Semester, große Vorlesungen, überfüllte Hörsäle. Ich treffe meine Freundinnen wieder, erzähle ihnen eine superharmlose Version der Reise: „Couchsurfing genial, Strände, Wanderungen, total liebe Leute.“ Sie glauben es, oder tun so. Aber ich weiß, dass nichts mehr so sein wird wie vorher.
Abends allein in meinem Studio öffne ich wieder die Couchsurfing-App. Ich scrolle durch die Anzeigen: Lissabon, Berlin, Barcelona, Amsterdam… Profile von alleinstehenden Gastgebern, Paaren, Gruppen. Schon steigt die Erregung. Meine Muschi pocht allein bei dem Gedanken, wieder loszuziehen, mich von Fremden beherbergen zu lassen, zu spielen, zu provozieren, mich treiben zu lassen.
Ich buche einen Flug nach Lissabon in zwei Wochen. Ein 40-jähriger Gastgeber, Fotograf, Wohnung mit Blick auf den Tejo, Kommentare, die von „herzlicher und offener Gastfreundschaft“ sprechen. Ich lächle, als ich bestätige.
Paris ist schön. Aber ich bin zu einer besonderen Reisenden geworden. Einer Abenteurerin des Vergnügens. Einer kleinen Couchsurfing-Schlampe, wie man so schön sagt.
Und das ist erst der Anfang.
Ende von Band 1. 😈